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1996-2009

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► 1996

Nach dem Osterfest gibt es zunächst eine besondere Begebenheit: der ehemalige Präses Pastor Ewald Fuhren wird vom Chor zum Ehrenpräses ernannt.



aus der Chronik:
(Der Vorsitzende) Peter Kemmer überreichte Herrn Pastor Fuhren eine Urkunde, in welcher er zu Lebzeiten als Ehrenpräses benannt wurde. Dieser bedankte sich in einer kurzen Ansprache, vor allem mit mehreren Runden „Hochprozentigem“. Viel zu schnell vergingen wieder ein paar unterhaltsame fröhliche Stunden und wann der harte Kern, unter ihnen auch unser Präses, den Saal verlassen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.

Doch auch dieser frohe Anlaß kann nicht darüber hinweg täuschen, daß im Chor Unmut über die Gestaltung der Chorproben durch die Dirigentin und über die Auswahl der Stücke herrscht. Diese entgegnet, daß schwierigere Chorliteratur aufgrund des mangelnden Probenbesuchs nicht zu singen sei und daß der Schwierigkeitsgrad ausgewählter Motetten an die Sängergruppe angepaßt sein muß. Schnell wird klar, daß ab März 1997 wiederum ein neuer Chorleiter gesucht werden muß.

Neuen Mut faßt der Chor in der Mitwirkung beim großen Adventskonzert in St. Gertrud mit dem dortigen Kirchenchor, sowie unter Mitwirkung der Chöre aus St. Antonius, Herz-Jesu, St. Josef und St. Willibrord. Aufgeführt werden die Kantate 140 „Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Johann Sebastian Bach, das Orgelkonzert Nr. 13 „Der Kuckuck und die Nachtigall“ in F-Dur von Georg Friedrich Händel und das Oratorio de noël von Camille Saint-Saëns. Die Aufführung wird ein großer Erfolg und ein beeindruckendes Erlebnis für Sänger und Zuhörer.

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► 1997

Ostern werden gemeinsam mit dem Chor von St. Josef schöne Festgottesdienste gestaltet – zum letzten Mal unter dem Dirigat von Andrea Leersch. Ein gelungener Abschluß, der alle Konflikte vergessen läßt und den Blick nach vorne lenkt auf die Zeit mit dem inzwischen neu gewonnenen Dirigenten Herr Erich van der Meulen.

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► 1998

Unter hohem organisatorischem Aufwand wird im Mai in St. Gertrud ein Dekanatssingen der Kirchenchöre durchgeführt. Es beteiligen sich 10 Kirchenchöre: St. Antonius, St. Gertrud, Herz-Jesu, St. Johannes, St. Josef, St. Katharina, St. Mariä Himmelfahrt, St. Mariä Heimsuchung, St. Thekla und St. Willibrord. In einer großen Meßfeier wird im Wechsel verschiedener Chorgruppen neben einigen Motetten die Missa „Susanne un Jour“ von Johannes Mangon gesungen. Das musikalische Ergebnis lohnt alle Mühen und gibt der Kirchenmusik im Dekanat wieder Auftrieb durch den großen Zusammenhalt, den alle bewiesen haben.

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► 1999

Von neuem gerät die eben erst scheinbar gefestigte Situation des Chores ins Wanken: aus gesundheitlichen Gründen muß Herr van der Meulen seine Chorleitertätigkeiten voraussichtlich zur Jahresmitte aufgeben. Wieder ein großes Problem für den Chor, aber noch klein im Verhältnis dazu, was von Seiten des eigenen Präses am Osterfest auf den Chor zukommen sollte – ein Singverbot in der Osternacht.



aus der Chronik:
Am Karfreitag erfuhren wir dann, daß in der Osternacht unsererseits nicht gesungen wurde, man bat aber an der anschließenden österlichen Begegnung im Pfarrsaal teilzunehmen.

Das sowieso schon belastete Verhältnis zwischen dem Chor und seinem Präses ist damit völlig zerstört. Schuldfragen sollen an dieser Stelle nicht geklärt werden. Fakt ist, daß auch die Gremien der Pfarrgemeinde in den vorausgegangenen vier Jahren keine Basis für eine gedeihliche Arbeit mit Pastor Münstermann gefunden haben. Spätestens hier wird aber klar, warum das Pfarrbüro mit Frau Braun und besonders das alte Pfarrhaus – dem Wohnsitz von Pastor Fuhren – die eigentlichen Anlaufstellen für seelsorgliche Themen und persönliche Gespräche waren.

Zum 1. Mai gleichen Jahres wird Herr Pastor Münstermann aus der Gemeinde St. Mariä Himmelfahrt abgezogen.

An dieser Stelle muß dem Chorleiter Herrn Erich van der Meulen und dem Ehrenpräses Pastor Ewald Fuhren in tiefer Dankbarkeit ein großes Lob gezollt werden, die in dieser Zeit durch ihr musikalisches bzw. seelsorgerisches, aber vor allem menschliches Engagement den Chor durch diese schwere Zeit trugen. Auch den einzelnen Choristen ist zu danken für ihr Durchhaltevermögen und den Zusammenhalt, den sie dieser Situation unter Beweis stellten, ganz aus dem Geist heraus, der den Chor schon immer prägte, nämlich ein gutes, gemeinschaftliches Miteinander zu pflegen. 

So sind nun auf einmal beide Stellen vakant – die des Pastors und die des Chorleiters. Letztere kann aber schnell wieder besetzt werden, denn mit dem Monat Mai gleichen Jahres übernimmt nach fünfjähriger Mutterpause und den Geburten dreier Kinder Andrea Nell wieder die Aufgabe der Chorleitung. Nach dem Weggang von Pastor Münstermann zelebriert Pastor Fuhren wieder die heiligen Messen, in denen der Chor jederzeit gern gesehen und gehört wird – es ist fast wie in alten Zeiten.

Dem großen Wunsch des letzten Chorleiters Erich van der Meulen entsprechend, dirigiert dieser den Chor noch einmal bei der Messe in C von Charles Gounod am Cäcilienfest. Es wird ein für alle Beteiligten bewegendes Ereignis. Bei der anschließenden Agapefeier wird Herr van der Meulen vom Vorsitzenden Peter Kemmer zum Abschied als Dank für seinen Dienst der Titel des Ehrenchorleiters auf Lebenszeit verliehen. 

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► 2000

Viele Gespräche führen zu dem für die Pfarrgemeinde glücklichen Ergebnis, daß ein neuer Pastor ab Januar die Geschicke der Pfarre lenkt, der Liturgie und Seelsorge bei allem Tun stets in den Vordergrund rückt: Pastor Dr. Guido Rodheudt wird neuer Priester an St. Mariä Himmelfahrt und gleichzeitig neuer Präses des Kirchenchores. Der Chor hofft inständig, nie wieder solches erleben zu müssen, wie mit seinem Vorgänger, was aber laut den Begrüßungsworten des Bürgermeisters Gerd Zimmermann auch sehr unwahrscheinlich ist.



aus der Chronik:
Für die Stadt Herzogenrath sprach Herr Bürgermeister Zimmermann seine Freude darüber aus, daß wir wieder einen richtigen Pastor an der Stelle, die mit der Stadtgeschichte am engsten verbunden ist, unterhalb der Burg, haben. Privat sei Herr Dr. Rodheudt ein Geniesser, ein Mensch der Kultur und der Musik. 

Zur Einführung singen die Chöre aus St. Marien, St. Gertrud und St. Antonius mit der Orgelbegleitung von Kantor Herbert Nell und unter der Gesamtleitung von Andrea Nell neben einigen Motetten die Missa in honorem Beatae Mariae Virginis de Loreto von Vinzenz von Goller. 

Nur fünf Tage nach dem Amtsantritt von Pastor Rodheudt verstirbt der Ehrenpräses Pastor Ewald Fuhren plötzlich und unerwartet. Alle zeigen sich erschüttert und erschrocken, gleichzeitig aber auch dankbar, ihn solange als Pastor gehabt zu haben, der nach der Einführung seines „Mitbruders von der anderen Straßenseite“ noch gesagt hat: „Wenn die Musik im Himmel so ist, dann freue ich mich darauf!“

Unter großer Anteilnahme seitens des Bistums, der Stadt, des Chores und der ganzen Gemeinde wird Domkapitular Ewald Fuhren am 5. Februar auf dem Waldfriedhof in Herzogenrath beigesetzt. Die Exequien hält Dompropst Dr. Hans Müllejans. Unterstützt von einigen Sängern der Nachbargemeinden singt der Chor in der Messe und auf dem Friedhof.

Neben diesen einschneidenden Ereignissen scheint anderes Bedeutsames klein und alltäglich:

Im Mai findet ein großes Gemeinschaftskonzert der Kirchenchöre St. Marien, St. Antonius, St. Gertrud, St. Josef und Herz-Jesu in St. Marien statt, das die Zuhörer begeistert und größtes Lob in der Presse bekommt.

Die Fronleichnamsmesse und die anschließende Prozession werden wieder gemeinsam von den Pfarrgemeinden und den Kirchenchören St. Antonius, St. Gertrud und St. Marien gestaltet.

Die St. Sebastiani Armbrustschützen-Gesellschaft anno 1250 Herzogenrath begeht ihr 750jähriges Bestehen mit einem Hochamt, das vom Chor festlich gestaltet wird.

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► 2001-2008

Die letzten Jahre sind gekennzeichnet durch ruhiges, aber fleißiges und zielstrebiges Arbeiten im musikalischen Bereich, das stets getragen wird durch die gute Chorgemeinschaft und das Engagement aller. Über den kirchenmusikalischen Dienst in der Liturgie hinaus sorgt sich der Chor auch um die Pflege des Volkliedgutes in einem alle 1¼ jährlich stattfindenden und damit durch alle Jahreszeiten rutschenden Singen für und mit den inaktiven Mitgliedern des Chores und aller sangesfreudiger Gemeindemitglieder. 

Zu Gast in anderen Gemeinden ist der Chor regelmäßig einmal im Jahr bei seinem Ausflug, wo er eine heilige Messe „auswärts“ mitgestaltet. 

Zu den Chören St. Gertrud und St. Antonius besteht eine enge und freundschaftliche Beziehung: die gemeinsame Fronleichnamsfeier wird selbstverständlich auch musikalisch von allen gemeinsam gestaltet, mit St. Gertrud zusammen die Festmesse zur Ersten Heiligen Kommunion der Kinder in Herzogenrath / Zentrum, und als Höhepunkt der Zusammenarbeit erweist sich immer wieder der inzwischen zur Tradition gewordene „Musikalische Weihnachtsausklang“, bei dem alle singenden und spielenden Gruppen der Gemeinde mit über 160 aktiven Mitgliedern ihre Zuhörer mit weihnachtlichen Klängen begeistern.

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► 2009

Mit ein wenig Stolz blicken wir auf unsere lange, bewegte Geschichte zurück.

Mit Dankbarkeit gedenken wir aller, die den Chor und die Vokalmusik an St. Mariä-Himmelfahrt vor uns durch die Zeit getragen haben.

Mit Freude bereiten wir das nun anstehende Jubiläumsjahr 2010 vor.

Mit Mut, Hoffnung und Zuversicht wollen wir auch weiterhin versuchen umzusetzen, was uns die Chronik des Jahres 1932 zuruft und was auch wir in eine hoffentlich gute Zukunft weitergeben und unter Gottes reichen Segen stellen möchten:



„Es mögen leben, die uns folgen!“



Am Fest Allerheiligen 2009:
In Vorbereitung des Jubiläumsjahres nimmt der Chor mit seinem Präses Dr. Guido Rodheudt, seinem Vorsitzenden Jochen Jung  und Chorleiterin Andrea Nell – leider in Abwesenheit einiger Chormitglieder – Aufstellung für das offizielle Photo.

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